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Sebastian Benda, Klavier

Memoires – Sebastian Benda, Pianist
(08.04.1926 - 20.02.2003)


Der Pianist Sebastian Benda wurde 1926 in eine lange musikalische Tradition hineingeboren: Sein Vater, der Schweizer Jean Benda, war ein bekannter Violinpädagoge, der bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten am „Hoch'schen Konservatorium“ in Frankfurt am Main unterrichtete. Bereits im Alter von neun Jahren zogen Sebastians Kompositionen die Aufmerksamkeit namhafter Komponisten wie Arthur Honegger, Frank Martin, Alfredo Casella und Joaquin Nin auf sich, die dem jungen Talent eine glänzende Zukunft vorhersagten. Frank Martin erklärte sich bereit, Sebastians Entwicklung auf dem Gebiet der Komposition zu begleiten und sein Lehrer zu werden.

Schon im Alter von elf Jahren stand Sebastian häufig als Partner seiner älteren Schwester, der Geigerin Lola Benda, auf dem Konzertpodium, zudem erarbeitete er sich in kurzer Zeit ein beachtliches Klavierrepertoire, das ihm ermöglichte, bereits mit dreizehn Jahren Klavierabende in der Schweiz zu geben und ein Studium am Genfer Konservatorium zu beginnen.

Nach dem Abschluss dieses Studiums mit dem "1. Prix de virtuosité“ wurde er vom Pianisten Edwin Fischer, der das außergewöhnliche Potenzial des jungen Pianisten erkannte, eingeladen, sein Meisterschüler zu werden. Sebastian Benda war einer der wenigen Schüler, die Fischer über einen langen Zeitraum betreute. Sieben Jahre lang lernte er bei ihm und empfing so die Essenz einer transzendenten Kunst, einer pianistischen Tradition, die, ausgehend von Edwin Fischer über Martin Krause, Franz Liszt und Carl Czerny eine direkte genealogische Linie zu Ludwig van Beethoven bildet.

Gemeinsam mit Edwin Fischer trat Benda noch in sehr jungen Jahren als Solist in mehreren Konzertzyklen in der Schweiz auf. Das war der Beginn einer pianistischen Karriere, die ihn schließlich in 40 Länder in Europa, Asien und in Nord-und Südamerika führen sollte.

Die Suche nach neuen Werten im Europa der Nachkriegszeit manifestierte sich auch in der Musik in einem radikalen Bruch mit kompositorischen Traditionen. Diese "Aufbruchstimmung“ der ersten Nachkriegsjahre beeinflusste auch den jungen Benda, der sich nunmehr verstärkt der Interpretation zeitgenössischer Musik widmete: so nahm er u. a. 1949 als Pianist und Kammermusiker an den „Tagen für Neue Musik“ in Darmstadt teil. Die in seinen Augen unüberschaubare Divergenz der aktuellen Entwicklungslinien der Neuen Musik der 50er Jahre führte zu seinem Entschluss, sich ab dieser Zeit ausschließlich der musikalischen Interpretation zu verschreiben.

Im Jahr 1952 unternahm Benda eine Tournee nach Südamerika. In Brasilien entdeckte er eine neue und faszinierende Welt, die ihn in einem solchem Maße beeindruckte, dass er beschloss, sich dort niederzulassen. Rasch erweiterte Benda sein Repertoire um die Werke von Heitor Villa-Lobos und anderen südamerikanischen Komponisten, die er in der Folge weltweit zur Aufführung brachte.

Mit Luzia do Eirado Dias, einer Musikpädagogin, gründete er eine Familie, aus der fünf Kinder – Angela, Christian, François, Nancy und Denise – hervorgehen sollten. Sie alle sind heute professionelle Musiker, mit denen der Vater in seinen späten Jahren häufig konzertierte.

Ganze 29 Jahre (1952–1981) lebte Sebastian Benda in Brasilien; fast drei Jahrzehnte, die allerdings von regelmäßigen Konzerttourneen nach Europa und Asien unterbrochen wurden: Als Solist trat er mit Orchestern wie dem Tonhalle Orchester Zürich, dem Orchestre de la Suisse Romande, NDR Hamburg, dem Hessischen Rundfunk Sinfonieorchester, Kol Israel Orchestra Jerusalem, dem Residentie Orkest Den Haag, dem George Enescu Philharmonic Orchestra Bukarest, dem Osaka Philharmonic Orchestra und dem Sofia Philharmonic Orchestra auf.

Bedeutende Dirigenten, wie etwa Hermann Scherchen, Hans von Hoesslin, Hans Schmidt-Isserstedt, Erich Schmidt, Ernest Bour, Takashi Asahina oder Eleasar de Carvalho, schätzten Benda als kongenialen Partner.

1958 wurde Sebastian Benda mit der Bach-Medaille des „Harriet Cohen International Music Award Council“ ausgezeichnet, nachdem er innerhalb einer Woche in der Londoner Wigmore Hall drei Klavierabende mit verschiedenen Programmen gegeben hatte.

Die intensive, bis zum Tode des Komponisten im Jahre 1974 währende Zusammenarbeit mit Frank Martin gipfelte in der Gesamteinspielung des Martin'schen Klavierwerkes.

Sebastian Benda war ein großer Humanist, dessen charismatische Persönlichkeit und starke Präsenz eine starke Anziehungskraft auf alle Menschen, insbesondere freilich auf das Konzertpublikum ausübten. Sein Spiel wie sein Charakter waren von großer Poesie und Einfachheit, wie auch von großer Energie und Vitalität gekennzeichnet, ganz im Schumannschen Sinne. Wie sein Lehrer Edwin Fischer war auch er ein Musiker von großer Tiefe, in dessen Interpretationen das Oberflächliche und das Überflüssige keinen Platz hatten.


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